Aktiengesellschaft


Die Aktiengesellschaft ist zusammen mit der in Liechtenstein selten genutzten GmbH eine mit dem Recht der Europäischen Gemeinschaft harmonisierte Gesellschaftsform. Dies führt im Gegensatz zur Anstalt zu etwas strengeren Formvorschriften. Andererseits ist die Anerkennung der Gesellschaftsform gerade im internationalen Rechtsverkehr besser gewährleistet. Die steuerliche Belastung ist bei allen Liechtensteiner Gesellschaftsformen gleich. Die Aktiengesellschaft eignet sich für internationale Handelsgeschäfte wie auch als Dachorganisation in Holdingsstrukturen. Sie entsteht mit der Eintragung im Liechtensteiner Handelsregister mittels eines beurkundungspflichtigen Errichtungsaktes.
Das Aktienkapital beträgt 50’000 Schweizer Franken und muss voll liberiert sein. Es können Inhaber– oder Namenaktien definiert werden. Ein Mindestnominalwert ist nicht vorgeschrieben. Auch die Ausgabe von Stimmrechtsaktien oder anderen begünstigten Aktienarten ist möglich. Inhaberakten müssen bei einem Verwahrer gemäss den Bestimmungen des PGR hinterlegt werden.
Für die Verpflichtungen der Aktiengesellschaft haftet ausschliesslich das Gesellschaftsvermögen (Aktienkapital, Reserven, Gewinnvortrag).
Die Organe der Aktiengesellschaft sind die Generalversammlung der Aktionäre, der Verwaltungsrat und die Revisionsstelle. Die Generalversammlung ist das oberste Organ. Sie muss mindestens einmal jährlich zur Abnahme der Jahresrechnung und zur Erledigung der anderen gesetzlichen und statutarischen Pflichten einberufen werden. Der Verwaltungsrat leitet und führt die Geschäfte der Gesellschaft. Aktiengesellschaften bedürfen zwingend einer von der liechtensteinischen Regierung zugelassenen Revisionsstelle. Sie prüft den Jahresabschluss der Gesellschaft und erstattet einen Bericht an die Generalversammlung.

Die Aktiengesellschaft ist nach EU-Normen buchführungspflichtig. Die von der Revisionsstelle geprüfte Jahresrechnung ist sowohl der liechtensteinischen Steuerverwaltung wie auch dem Handelsregisteramt einzureichen.